„Da müsste man mal…?
Klar.
Wir gehen’s an.
Und zwar mit Leidenschaft.“

Petra Hoffmann
Moorenbrunn

Hallo Petra, du bist in den letzten Jahren Betriebsrätin Moorenbrunn gewesen. Wie bist du überhaupt zur Betriebsratsarbeit gekommen?

Ich wurde vor 12 Jahren angesprochen, ob ich mich nicht als Betriebsrätin aufstellen lassen und mitarbeiten möchte. Damals dachte ich mir, naja, ich schaue mir das erst mal lieber eine Wahlperiode lang „von außen“ an, was das genau ist und bedeutet. Für mich war Betriebsrat eher nur „Paragrafenbehaftet“ und mit so trockenem Zeug habe ich’s eigentlich nicht so…aber was soll ich sagen? Ich fand’s super, weil ich gesehen habe, dass es weit mehr als nur Paragrafen sind (und auch die sind nicht ganz so schlimm wie befürchtet 😉) und es auch Bereiche gibt, die sehr viel mit dem Menschen an sich zu tun haben, was genau mein Ding ist. Aus diesem Grund – und natürlich auch aus meinen eigenen Erfahrungen heraus, die ich in meinen 15 Jahren bei Siemens machen durfte – bin ich nun seit 8 Jahren dabei, erst als Ersatzbetriebsrätin und dann als ordentliche Betriebsrätin.

Warum möchtest du weiter Betriebsratsarbeit machen und warum kandidierst du wieder?

Ich kandidiere wieder als Betriebsrätin, weil ich überzeugt bin: Eine gute Arbeitswelt entsteht nicht zufällig – sie braucht Menschen, die Verantwortung übernehmen, für Gerechtigkeit, Fairness und Respekt einstehen und vor allem Haltung zeigen – eben gelebte Werte statt nur leere Worte.

Was verstehst du unter den Attributen „Power“, „Ideenreich“ und „Beziehungsstark“, die dich ja auch selbst beschreiben?

Power bedeutet für mich hartnäckig dranbleiben, auch wenn’s schwierig wird. Nicht laut, sondern konsequent und wirksam, mit Haltung und dem Mut, den Mund aufzumachen, um auch unangenehme Dinge klar und direkt anzusprechen.

Ideenreich zu sein heißt für mich neue Perspektiven zu entdecken und kreative Lösungen zu entwickeln. Veränderung sehe ich als Chance: Prozesse, Abläufe oder Strukturen können besser werden, wenn wir bereit sind, Gewohntes zu hinterfragen und Dinge neu zu gestalten. Und das betrifft für mich nicht nur Arbeitsprozesse, sondern auch die Art, wie wir miteinander umgehen und zusammenarbeiten.

Beziehungsstark zu sein bedeutet für mich, Menschen wirklich zuzuhören und Vertrauen aufzubauen, nahbar zu sein. Durch meinen psychologischen Hintergrund weiß ich, wie wichtig es ist, einen Raum zu schaffen, in dem Sorgen ausgesprochen werden dürfen – ohne Bewertung, ohne Druck, aber mit dem Blick dafür, was jeder einzelne wirklich braucht.
Oft beginnt Veränderung schon damit, dass jemand wirklich zuhört.

Was hast du in all den Jahren als Betriebsrätin gelernt?

Der Betriebsrat ist eine sehr wichtige Funktion im Unternehmen, der viel beeinflussen und bewirken kann – besonders auch in solchen Situationen, wie wir sie erst vor kurzem durch die Umstrukturierung hatten – aber das geht nicht ohne euch! Um gute Betriebsratsarbeit leisten zu können, ist eure Hilfe zwingend notwendig, deshalb:

Verschenkt nicht eure Stimme und macht von eurem Wahlrecht Gebrauch!
Kommt auf uns zu und erzählt uns eure Sorgen, Wünsche, Anregungen – denn nur, wenn wir wissen, was euch bewegt, können wir handeln und euch helfen!

Nutzt die Betriebsversammlungen, um uns damit zusätzlich zu unterstützen!